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Das Leben ist eine Reise durch die Zeit, auf der Suche nach Liebe, Freundschaft und Verständnis.

Werner Braun
   

Von Umzügen und Neuanfängen

Als wir Lillan im Internet entdeckten, waren wir gerade mitten im Hausbau und die Zeit für die Anschaffung von Katzen eigentlich noch gar nicht gekommen. Aber es war Liebe auf den ersten Blick. Diese Katze musste es sein und keine andere. Wir knüpften Kontakt zum Katzenheim Egelsbach und fragten vorsichtig an, ob es möglich ist, Lillan sozusagen, zu adoptieren und bis zur Fertigstellung des Hauses als "Pensionskatze" dort zu lassen. In Anbtracht des Katzenparadieses, was in der Isarstraße im Entstehen war, zeigten sich Frau Mölbert und Frau Fritsch flexibel. Also besuchten wir Lillan, die als zurückhaltend beschrieben wurde, im Katzenheim. Als wir dort ankamen, war von Lillan nichts zu sehen. Eine Mitarbeiterin des Katzenheims fand sie schließlich in einer Ecke, "zog sie hervor" und setzte sie auf einen Kratzbaum.

Da saß sie nun und irgendwie hatten wir den Eindruck, dass sie sich deplatziert und ausgestellt vorkam. Wir nahmen vorsichtig Kontakt auf und nachdem Lillan merkte, dass man ihr nichts will, fing sien an, die Streicheleinheiten zu genießen und geriet immer mehr in Ekstase, bis sie vor Begeisterung in den Stamm vom Kratzbaum biss. Es war keine Frage, Lillan würde die erste Katze in unserem neuen Haus werden. Gleich mitnehmen wollten wir sie nicht, um ihr, nach ihrer Anreise nach Deutschland aus der Türkei nicht noch mal 2 Umzüge zuzumuten. Diese Rechnung hatten wir allerdings ohne die Handwerker am Bau gemacht. Es kam wie es kommen musste. Der Bau ging in Verzug, so dass wir Lillan kurz vor Weihnachten doch zu uns holten.

Zu Hause angekommen, haben wir ihren Transportkorb abgestellt und die Tür aufgemacht. Es dauerte 10 Sekunden bis Lillan den Transportkorb im Zeitlupentempo verlassen hatte und 1/10 Sekunde bis sie unter dem nächsten Sofa verschwunden war.

Die nächsten zwei Tage fand man Lillan nur an Orten, die mit "hinter" oder "unter" anfingen. Wir hätten zum Beispiel nie gedacht, dass eine Katze unter unsere Kommode passt. Sie passt ...

An Heilig Abend ließen wir Lillan allein und fuhren zur Familienfeier. Als wir zurückkamen saß Lillan "auf" der Kommode im Wohnzimmer. Da ließen wir sie unbehelligt sitzen.

Gegen Mitternacht, wir waren im Bett und die Wohnung dunkel, kam ein einzelnes "Miau" aus dem Arbeitszimmer. Lillan saß auf dem Fensterbrett und schaute hinaus. Ich ging leise zu ihr hin und hielt ihr die Hand hin. Nach kurzem Überlegen kam sie, und da war sie, die Lillan, die wir aus dem Tierhiem kannten. Auf dem Rücken liegend, schnurrend, Augen zu. Andere Leute gehen am 24.12. um Mitternacht in die Kirche, ich hab am Schreibtisch gesessen und eine Katze gestreichelt. :-)

Langsam aber sicher lebte sich Lillan ein und gewann immer mehr Vertrauen.

Trotz dem alles für Lillan neu war, schien ihr der bald darauf einsetzende Umzugsrummel nicht viel auszumachen. Wir packten Kisten und Lillan kontroliierte, ob auch keine Mäuse als blinde Passagiere an Bord gingen.

Und auf den Deckenstapeln ließ sich herrlich schlafen und insgesamt schien sie unser Umzugschaos für einen großen Katzenspielplatz zu halten.

Und auch das lustige Spiel, das wir jeden morgen mit ihr spielten, gefiel ihr. Wir legten ein Leckerlie in eine Plastikhöhle und sie musste reingehen und es rausholen. Am Tag X lernte sie dann, dass die Höhle eine Tür zum zumachen hatte und einen Griff zum Tragen. So richtig verziehen hat sie uns das nicht.
Egal, Katzi, zog als erste um und wurde im Schlafzimmer einquartiert, dass schon fertig eingerichtet war. Abends ließen wir sie dann raus in das Möbelchaos. Schon wieder alles neu. Erst mal im Obergeschoss gucken. Dann Treppe runter, unten gucken, Treppe wieder rauf, Treppe runter .... Das ging die ganze Nacht so weiter. Am nächsten Tag fanden wir Lillan an allen möglichen Stellen im Haus, aber immer in der gleichen Pose.

 

Wir hätten sie wahrscheinlich beliebig von A nach B tragen können, Katzi war fix und fertig. Dies war nun aber der letzte Umzug und jetzt war sie endgültig zu Hause angekommen.

 

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